Berichte 3. Mannschaft

25.08.2015

6-Punkte-Wochenende inklusive Derbysieger

Am vergangenen Wochenende stand alles im Zeichen eines Doppelspieltags in der 2. Kreisklasse. Auch die Dritte des VfL Weiße Elf hatte eine Doppelbelastung zu absolvieren, bekam aber auch gleichzeitig einen Leckerbissen präsentiert, denn am Freitagabend stand das Vereinsderby gegen die 2. Mannschaft des Vereins auf dem Programm. Dieses Spiel konnte sensationell mit 3:2 gewonnen werde, der entscheidende Treffer fiel in der Schussminute. Am Sonntag gab es dann eine Pflichtaufgabe gegen die Drittvertretung des SV Bad Bentheim, welche nach anfänglichen Schwierigkeiten letztendlich locker mit 6:1 erledigt wurde. Damit ziert die Dritte weiterhin die Tabellenspitze und ist als einzige Mannschaft noch ungeschlagen im Ligabetrieb.

Vor dem mit Spannung erwartetem Vereinsderby mussten noch einige Vorkehrungen getroffen werden, denn nicht nur, das das Spiel auf dem für die Dritte ungeliebten Kunstrasen ausgetragen wurde, es fehlten mit Sven Vennegerts, Maik Eilers und Tony Sanning auch wichtige Eckpfeiler der Mannschaft, die nur schwer zu kompensieren schienen. Durch einige Telefonate und eine Fahrt zum Bahnhof, gelang es, Falk Linnemann von diesem Spiel zu überzeugen, der sich als echte Verstärkung erwies. Zudem half erneut Christopher Herms als Ersatztorwart aus, dafür ein großes Dankeschön. Die Vorzeichen sahen eigentlich nicht ganz so rosig aus, spielte man doch gegen einen Kunstrasenspezialist, der auf diesem Geläuf nur schwer zu schlagen schien. Doch der gelungene Saisonstart und die gute Stimmung innerhalb der Truppe schien Berge versetzen zu können und tat dies auch.

Mit einer etwas defensiveren Taktik als sonst ging man ins Spiel und wollte sich erst einmal an Gegner und Untergrund gewöhnen. Doch leider war diese Taktik bereits nach 6 Minuten über den Haufen geworfen, denn ein Freistoss aus dem Halbfeld schien bereits von Rene Löffler im Tor der Dritten gefangen, doch er ließ den Ball noch los und ermöglichte so dem Gegner den Führungstreffer (6.). Dieser Rückstand sollte aber nicht lange Bestand haben, denn direkt nach Anstoß befand sich der Ball tief in der Hälfte der Zweiten und die Dritte "erpresste" sich einen Ballgewinn durch Mohammed Chehoury, der nicht lange fackelte und die Kugel aus etwa 22 Metern in die linke Ecke nagelte (7.). Danach übernahm die Dritte sogar das Spielgeschehen und kam in schöner Regelmäßigkeit zu Ballgewinnen, woraus immer wieder Torchancen erspielt wurden. So auch in der 17. Spielminute, als wiederum der Defensivverbund einen Ballgewinn verzeichnete, das Mittelfeld schnell überbrückt wurde und Marcel Böhm mit einem Pass in die Schnittstelle der Abwehr auf die Reise Richtung Tor geschickt wurde. Dieser blieb cool vor dem Tor und chipte die Kugel über den herauseilenden Keeper hinweg zur 2:1 Führung (17.). Ab sofort merkten die Akteure der Dritten, das an diesem Tag bei dieser Einstellung etwas Zählbares zu greifen war. Leider leistete man sich in der ersten Hälfte noch einen weiteren unnötigen Defensivfehler, der es wiederum der Zweiten erlaubte, zum Torerfolg zu kommen - 2:2 (25.). Doch auch dies wurde schnell verwunden und man war danach wieder drauf und dran selbst in Führung zu gehen. Falk Linnemann per Rechtsschuss und Hussein Chehoury, der auf der linken Seite für viel Wirbel sorgte, hatten die besten Möglichkeiten im ersten Durchgang. Hussein`s Schuss wurde vom Torwart noch an die Latte gelenkt. So ging es trotz eines Chancenplus mit einem 2:2 in die Halbzeit. Dort präzisierte man das weitere Vorgehen und gab als klare Vorgabe, aus diesem Spiel mindestens einen Punkt zu holen.

Zu Beginn der zweiten Hälfte egalisierten sich beide Mannschaften weitestgehend, nach und nach übernahm aber die zweite Mannschaft durch erhöhten Ballbesitz das Spielgeschehen, ohne sich dabei allerdings gefährliche Torchancen heraus zu spielen. Gefahr bestand bei Standardsituationen, die aber, wenn auch nur knapp, den Weg ins Tor nicht fanden. Die Dritte verlegte sich aufs Kontern und konnte dieses einige Male zum Torabschluss nutzen, doch auch hier fehlte die letzte Präzision bei Pass und Abschluss. Es sollte nun der eine, bisher auch verdiente Punkt sein für die Dritte, die sich defensiv sehr clever verhielt und bis auf einen Schussversuch, den Keeper Rene Löffler exzellent aus dem Winkel kratzte, keine Torchance mehr zuließ. Wie die Kräfte, neigte sich auch die Spielzeit dem Ende, doch die Dritte hatte noch einen Pfeil im Köcher. Dem in der 75. Minute für den krampfgeplagten Falk Linnemann eingewechselten Bastian Thies, sollte hierbei die Hauptrolle gehören. Nach einem langen Ball aus der Abwehr schraubte sich Matthias Bögershausen hoch und verlängerte den Ball in Richtung gegnerisches Tor. Der Ball ging genau in die Schnittstelle der Abwehr, wo sich Bastian Thies seiner annahm und in Richtung Tor marschierte. Mit "absoluter Coolness" a la Lionel Messi verlud er auf unbeschreibliche Art und Weise den Keeper und schwang sich so zum Derbyhelden auf. Dieser Treffer zum 3:2 Endstand fiel in der 90. Minute, die Partie wurde zwar noch einmal angepfiffen, doch der gute Schiedsrichter Michael Harm deutete schnell an, indem er keinen Wechsel mehr zuließ, das er das Spiel umgehend beenden würde. Abpfiff und riesiger Jubel auf Seiten der Dritten erklang in solcher Lautstärke, das die Nachbarn erahnen konnten, das sich etwas Besonderes ereignet haben musste. Durch eine geschlossene Mannschaftsleistung, die sich besonders in der Defensive zeigte und gegen einen spielstarken Gegner kaum nennenswerte Chancen zuließ, brachte man es fertig, sich regelmäßig eigene Chancen zu erarbeiten und diese dann im richtigen Moment auch zu nutzen. Beiden Teams und dem Schiedsrichter darf man ein Kompliment aussprechen, denn nicht nur, das den zahlreichen Zuschauern ein spannendes Spiel geboten wurde, es wurde auch keine einzige Karte im Spiel verteilt.

Umgehend nach Spielschluss verschanzte sich die Dritte in der eigenen Kabine und ließ die Wände beben mit entsprechender flüssiger Unterstützung. Es wurde gutes deutsches Fußballliedgut geschmettert, indem der Name Bastian Thies des Öfteren vorkam. Fanartikel wie T-Shirts, Babyschnuller und eine Unterwäschekollektion des Siegtorschützen befinden sich bereits in der Mache. Auch die Unterleibsbedeckung des Bastian Thies, die sich ein pfiffiger Mannschaftskamerad anscheinend in dem ganzen Trubel gesichert hatte, fand sich einen Tag später auf einer Onlineplattform wieder und konnte für horrende Summen ersteigert werden. Kurz darauf gingen die Feierlichkeiten rund ums das Vereinsheim "Hattrick" weiter und die Nacht wurde fast zum Tage gemacht, bis man sich besann und das zweite Spiel des Wochenendes wieder in den Fokus rückte.

In diesem Spiel traf man auf den derzeitigen Tabellenzweiten, die Drittvertretung des SV Bad Bentheim. Auch hier musste die Mannschaftsaufstellung wieder geändert werden, denn mit Martin Averes und Falk Linnemann fehlten zwei der Derbyhelden zusätzlich zu den drei bereits vorher genannten Spielern. So rotierten Bastian("Derbyheld") Thies und Sebastian Reith in die Anfangsaufstellung. Man merkte bereits vor Spielbeginn, das die Feierlichkeiten rund um den Derbysieg Spuren hinterlassen hatten und es heute kein Selbstläufer werden sollte. Bereits zu Spielbeginn spürte man, das der ein oder andere schwere Beine hatte, welche es schnell galt abzulegen. Für den ersten und größten Höhepunkt des Spiels sorgte natürlich wer? Genau, Derby-Basti erlief einen langen Ball hinter die Abwehrreihe und hob diesen gefühlvoll über den entgegenstürmenden Torhüter zum 1:0 ins Tor (12.). Was kann nur erahnen, was der Typ die nächsten Wochen noch auspackt. Das Spiel plätscherte im wahrsten Sinne des Wortes so vor sich hin, bis sich die Defensive der Weißen Elf wieder an ihre gelegentliche Defensivschwäche erinnerte und dem Gegner den Ausgleich nach einem exakten Schuss von der Strafraumkante ins linke untere Eck gestattete(23.). Beide Mannschaften zeigten nicht den besten Fußball, der Weißen Elf merkte man das Fehlen vieler Stammspieler an, was der Gast aus Bentheim zu einer guten ersten Hälfte nutzte. Mit einem 1:1 ging es in die Halbzeitpause.

Aus dieser kam der VfL agiler heraus und zeigte gleich zu Beginn, das man die erste Hälfte nicht so stehen lassen wollte. Bereits die ersten Minuten zeigten, das nun ein anderer Wind wehte und das Bentheimer Tor ab sofort unter Beschuss stand. Den Brustlöser gab es dann in der 55. Minute, als eine Flanke von Marcel Böhm sich bogenlampenmäßig aufs Tor der Bentheimer senkte, der Torwart den Ball nur abklatschen lassen konnte und Hussein Chehoury aus kurzer Distanz abzog. Das der Ball den Weg ins Tor nicht fand, lag am Handspiel eines Bentheimer Akteurs auf der Torlinie, welches folgenrichtig mit einer roten Karte und dem fälligen Strafstoss geahndet wurde. Diesen versenkte Marcel Böhm souverän zum 2:1. Man merkte direkt, das dieser Treffer den weiteren Spielverlauf prägen sollte, denn die numerische Überzahl wurde nun durch schnelles Kurzpassspiel genutzt und bereits in der 58. Minute durch einen Kopfballtreffer des aufgerückten Niklas Volkers belohnt - 3:1. Als dann 5 Minuten später durch ein Eigentor der Spielstand 4:1 hieß, war das Spiel spätestens entschieden und es begann der Wechselreigen, um einige Spieler zu schonen. Mit Mark Neef, Jakob Wronowski und Patrick Frei kamen drei frische Kräfte in die Partie und sorgten noch einmal für Akzente. Der Treffer zum 5:1 durch Matthias Bögershausen sowie das 6:1 durch Patrick Frei waren schön herauskombinierte Spielzüge, von denen es noch mehrere gab, diese aber leider nicht konsequent zu Ende gespielt wurden. Somit stand am Ende ein aufgrund der "Leistungsexplosion" in der zweiten Spielhälfte verdienter 6:1 Erfolg, der das Wochenende mit insgesamt 6 Punkten und 9:3 Toren vergoldete.

Die 3. Herrenmannschaft des VfL Weiße Elf konnte die Tabellenführung sogar ausbauen, da einige der oberen Mannschaften Punktverluste erlitten. Diese Position gilt es nun im nächsten Auswärtsspiel am Sonntag (30.08.2015) um 11.00 Uhr bei der Zweitvertretung von Borussia Neuenhaus zu untermauern. Interessierte Zuschauer haben die Möglichkeit, einen der begehrten Tribünenplätze neben Edelfan Michael Löffler zu erhaschen, vorausgesetzt ist eine pünktliche Anreise. Bis Sonntag.

Ole Scholten



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