Berichte 3. Mannschaft

05.03.2013

Ausrufezeichen in Neuenhaus

Im ersten Spiel der Rückrunde in der 1. Kreisklasse musste die 3. Mannschaft am Sonntag (3.3.) bei einem Kreisliga-Absteiger, der Reserve von Borussia Neuenhaus, antreten. Das Hinspiel endete mit einer 2:7-Klatsche. Aber die Revanche gelang: Der VfL Weiße Elf gewann nach einer kämpferisch starken Leistung mit 3:0.

Nach einer sehr mäßigen Vorbereitung auf die Rückrunde, die die Dritte wetterbedingt des Öfteren in die Soccerhalle verschlug, ging man mit den üblichen kleinen Randerscheinungen in die Partie gegen die Dinkelstädter. Es fehlten mehrere Leistungsträger aufgrund von Verletzungen oder Abwesenheit, zudem waren am Vortag noch einige Spieler Kloatscheeten, was man morgens in ihren Augen deutlichst erkennen konnte.

Trotzdem machte man sich mit 15 Spielern auf, um  dieses Spiel als Teambildungsmaßnahme zu nutzen, ein Punktgewinn war aufgrund des klaren Hinspielergebnisses nicht vorgesehen. Die „Wintereinkäufe“ Fabian Wendland und Ingo Terwey machten zudem ihr erstes Pflichtspiel - Einstandskiste lässt grüßen.

Mit der Vorgabe, den Gegner kommen zu lassen und in der Defensive die Räume eng zu machen, ging die Dritte ins Spiel. Dass Neuenhaus ein spielerisches Übergewicht mit einem erhöhten Anteil an Ballbesitz haben wird, war klar, dennoch wollte man die wenigen Konterchancen, die sich eventuell bieten werden, nutzen, um einen Treffer zu erzielen. Neuenhaus spielte in den ersten Minuten einen schnörkellosen Ball bis etwa 20 Meter vor das Tor, kam aber noch nicht gefährlich zum Abschluss. Als die Dritte besser im Rhythmus war, suchte sie nach Ballgewinnen in der Defensive schnell den Weg nach vorne. Die Bälle wurden schnell auf die beiden Sturmspitzen Bastian Thies und David Kalischewski gespielt, welche mit den Zuspielen auch etwas anzufangen wussten und recht zügig in Strafraumnähe kamen - ohne jedoch richtig gefährlich zu werden.

Anders dann in der zehnten Spielminute: Ein in der Defensive erkämpfter Ballgewinn wurde sofort rechts rausgespielt auf Jakob Wronowski, der bis zum Sechzehner lief und dann mustergültig auf David Kalischewski flankte, der abgezockt per Kopf ins linke Eck vollendete. Direkt nach Wiederanpfiff hatte Neuenhaus eine Hundertprozentige, der Stürmer konnte den Ball aus etwa fünf Metern Entfernung aber nicht an Thorsten Kreikebaum vorbei ins Netz schießen, denn dieser zeigte einen klasse Reflex und hielt die Führung. Die Nordhorner hatten nun eine Reihe von Eckbällen und Schussversuchen zu überstehen, machten  das jedoch fast schon routiniert und verhinderten so den schnellen Ausgleich. Es gelang auch immer wieder selbst für Torgefahr zu sorgen, so scheiterte David Kalischewski einmal am herauseilenden Torwart und auch der sehr agile und durchsetzungsstarke Bastian Thies verpasste eine Hereingabe von Kalli nur äußerst knapp.

In der 29. Minute nahm der nicht erwartete Spielverlauf dann seinen Gang und man kam über einen weiteren schnellen Ball in die Spitze zum erneuten Torerfolg. Bastian Thies setzte sich stark gegen seinen Gegenspieler durch und passte den Ball exakt in die Schnittstelle zu David Kalischewski, und dieser vollstreckte erneut sicher zum 2:0. Neuenhaus hatte bis hierhin knapp 70 Prozent Ballbesitz, der VfL Weiße Elf kam aber bei nahezu jedem Konter auch zum Torabschluss. Kurz vor der Halbzeit musste man das erste Mal wechseln, für den leicht angeschlagenen Jan Wolf kam Mattis Bernsen in die Partie. Kurz darauf erfolgte der Halbzeitpfiff. In den Gesichtern der Spieler sah man, wie viel Kraft man in der Defensive aufwenden musste, um Neuenhaus vom Tor wegzuhalten. Dies gelang aber unheimlich gut und so ging es nicht unverdient mit einer Führung in die Halbzeit.

Dort war sich das Team dann zum ersten Mal bewusst, das wirklich etwas zu holen war. Es ging nur darum, den Willen zu haben, den  Spielaufbau der Neuenhauser zu stören und selbst vielleicht noch den einen oder anderen gefährlich Konter zu setzen. Wie zu erwarten startete Neuenhaus sehr stürmisch in den zweiten Spielabschnitt, sodass man erst einmal die gute Ordnung aus der ersten Hälfte wiederfinden musste. Dies gelang nach etwa zehn Minuten wieder, von da an nahm die Dritte fast gleichwertig am Spiel teil, obwohl die Kräfte schwanden und die weiten Wege viel Substanz kosteten. Dennoch kam man hin und wieder durch sauber hinten heraus gespielte Bälle in die gegnerische Hälfte und entwickelte sogar weiter Torgefahr. In der 65 . Minute hatte der VfL Weiße Elf die große Chance zur Vorentscheidung, als David Kalischewski die Pille mit Urgewalt gegen das Quergestänge hämmerte, der Ball von der Unterkante zurück ins Feld sprang und Hussein Chehoury das Leder nicht mehr genug drücken konnte und so knapp über das Tor setzte. Bei Minusgraden wäre die Latte nach dem Knaller von „Kalli“ wahrscheinlich in zwei Stücke zerbrochen.

Somit musste man weiter hinten ackern, um Neuenhaus nicht zum Anschlusstreffer kommen zu lassen. Christian Knüver und Stefan Havenga tauschten geschickt die Positionen und die Defensivreihe  um Michael Harms-Ensink, Martin Averes und dem dafür eingewechselten Alexander Kempf erlaubte den gegnerischen  Stürmern keinen weiteren Torabschluss. Im Mittelfeld erkämpften sich Fabian Wendland, Mattis Bernsen, Hussein Chehoury und Jakob Wronowski immer wieder Bälle, welche David Kalischewski und Bastian Thies unglaublich gut verarbeiteten und immer wieder Möglichkeiten herausspielten. In der 87. Minute dann die Entscheidung, als bei einer Flanke von rechts Hussein Chehoury und sein Gegenspieler fast gleichzeitig den Ball trafen, dieser noch einmal auftippte, dabei aber schon einen besonderen Drall entwickelt hatte. Anders als der Neuenhauser Torwart erkannte David Kalischewski dies frühzeitig und konnte seelenruhig warten, bis der Ball zu ihm sprang, um ihn dann einzunetzen.

Damit war der Sack zu und die Dritte entführte drei ganz wichtige Punkte vom Aufstiegsaspiranten aus Neuenhaus, die im bevorstehenden Abstiegskampf noch sehr wertvoll werden können. Mit einer überragenden kämpferischen Leistung hat sich die Mannschaft selber belohnt und somit einen tollen Startin die Rückrunde hingelegt. Dieser soll nun am Sonntag (10.3.) im Heimspiel gegen Sparta Nordhorn weiter bestätigt werden. In diesem Spiel wäre es allerdings sehr vermessen, auch nur von einem Punktgewinn zu träumen, denn Sparta ist in dieser Liga das Maß aller Dinge und nur schwerlich aufzuhalten. Ein achtbares Ergebnis ist deshalb die Vorgabe für diese Partie. Anpfiff ist um 11 Uhr.

Ole Scholten



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