Berichte 3. Mannschaft

01.10.2012

Auf und ab - aber immer Spaß

In den vergangenen Wochen war einiges los bei den Spielen der 3. Mannschaft. Von einer knappen Niederlage über ein etwas unglückliches Unentschieden bis hin zu einem verdienten, wenn auch knappen Erfolg war alles dabei.

Es begann alles mit einem Auswärtsspiel beim Kreisliga-Absteiger Vorwärts Nordhorn II, welches die Dritte nach einem ausgiebig gefeierten russischen Geburtstag am Vorabend zu bestreiten hatte. Bis kurz vor Anpfiff war allen Beteiligten klar, dass es eigentlich nur um das Erreichen eines akzeptablen Ergebnisses gehen kann und man sich nicht abschießen lassen wollte. Zusätzlich hatte der VfL Weiße Elf noch einige Ausfälle aufgrund des Vorabends zu verkraften.

Als es dann nach fünf Spielminuten plötzlich 2:0 für die Dritte stand, wischten sich alle Spieler, Trainer und Zuschauer die Augen, denn Vorwärts war mit nicht weniger als sechs ehemaligen und aktuellen Spielern der 1. Mannschaft angetreten und sah sich nun im Rückstand gegen eine „angezählte“ Truppe (Bezug auf die vorabendlichen Aktivitäten).

Beide Tore erzielte David Kalischewski. Dass es nicht so weitergehen würde, konnte man sich denken und so verkürzte Vorwärts bis zur 32. Minute auf 2:2 und konnte kurze Zeit später sogar den 3:2-Führungstreffer feiern. Die Dritte kam aber vor der Halbzeit noch einmal zurück und erzielte durch Falk Linnemann den 3:3-Halbzeitstand

Wer in der Halbzeit in die Gesichter der Spieler sah, dachte das bereits die kompletten 90 Minuten gespielt seien, doch es lagen noch 45 weitere Minuten vor dem „Lazarett-Trupp“. Die zweite Halbzeit begann - wie vermutet - mit zwei einfach herausgespielten Toren der Gastgeber, womit diese dachten, dass sie die drei Zähler sicher hätten. Doch wiederum verkürzte die Dritte durch ein Tor von David Kalischewski auf 4:5 und gab somit nicht auf.

Keine zwei Minuten später stand es allerdings schon 4:6 Sicht und Vorwärts schien einem Sieg entgegenzulaufen, doch in der 79. Minute brillierte erneut David Kalischewski und nahm einen Ball an, hob ihn gefühlvoll über den Gegenspieler und nagelte die Kugel per Volleyschuss in die Maschen. 5:6 und es war noch Zeit, aber leider machte sich die Erschöpfung breit und die Dritte war nicht mehr in der Lage, Druck auszuüben.

Somit bekam man kurz vor Spielende noch den 5:7-Endstandtreffer, konnte sich aber aufgrund der Vorgeschichte als Sieger fühlen, denn wie man sich gegen eine halbe Bezirksligamannschaft verkauft hatte, war aller Ehren wert. Fazit: Wer will, der kann auch! Und es bleibt anzumerken, dass David Kalischewski am Vorabend nicht alles gegeben hatte. Anders wäre seine Leistung nicht zu erklären gewesen.

Im darauf folgenden Heimspiel wollte sich die Mannschaft auf ihre alten Tugenden besinnen und sagte das Freitagstraining komplett ab, um sich die zweite Halbzeit (kein Eintritt) eines Landesligaspiels in der Südstadt Nordhorns anzuschauen. Dort wurden die Erwartungen auch nicht enttäuscht, denn beide Mannschaften lieferten ein fast grausames Spiel ab und somit wusste man, wie man es nicht machen sollte.

Gegner im Heimspiel war die Erstvertretung des TSV Georgsdorf, die sich in den Top fünf eingenistet hatte und sicherlich nicht an den Ootmarsumer Weg gereist war, um hier Punkte liegen zu lassen. Die Dritte hatte wie üblich einige wichtige Ausfälle zu verkraften, konnte aber eine anständige Mannschaft aufbieten, die durch den noch zu erwähnenden Oliver Kleine ergänzt wurde.

Direkt zu Spielbeginn gab es eine strittige Szene, als nach einem Foulspiel der Schiedsrichter abpfiff und einen Georgsdorfer Verteidiger bereits in der zweiten Minute mit Gelb verwarnte. Er übersah dabei allerdings, das die daraus entstandene Spielszene Falk Linnemann die Chance bot, mutterseelenallein aufs Tor zu laufen und den eventuellen Führungstreffer zu erzielen. Also weiter bei 0:0, doch nur wenig später bestätigte die Dritte ihre gute Anfangsphase und hatte durch Oliver Kleine eine gute Schussmöglichkeit, die der Keeper allerdings klärte.

Kurz darauf musste der Führungstreffer fallen, als nach einer schönen Kombination Stefan Havenga uneigennützig am Fünfer auf den mitgeeilten Hussein Chehoury ablegte, dieser den Ball aber nicht voll traf und er so vom Innenpfosten wieder zurückkam und letztendlich geklärt wurde. Wie es sich für die 3. Mannschaft gehört, durfte natürlich eine Unachtsamkeit mit Torfolge nicht fehlen und so gönnte man dem Gegner in der 28. Minute nach zu lascher Abwehr den Führungstreffer nach Flachschuss.

Trotzdem suchte man weiterhin den Weg nach vorne, denn die Dritte kam geregelt zu Torchancen, es haperte bisher nur an der konstanten Nutzung der Möglichkeiten. Wie man es macht, zeigte dann in der 38. Minute Olli Kleine, indem er einen Angriff über die rechte Seite fuhr und sah, dass der Schlussmann zu weit vor seinem Tor stand. In überragender Manier schoss er den Ball aus ca. 25 Metern über den Torwart hinweg an die Unterkante der Latte, von wo der Ball im Netz landete. So ging es mit einem verdienten 1:1 in die Halbzeit.

Im zweiten Durchgang merkte man beiden Mannschaften an, dass sie mehr als nur den einen Punkt wollten und dementsprechend wurde das Visier hochgeklappt. Georgsdorf kam etwas besser aus der Pause und hatte in den ersten 20 Minuten mehr vom Spiel, wurde jedoch im letzten Moment von der aufmerksamen Defensive gebremst oder vom klasse aufgelegten Torwart Andre Vernim per Glanzparade gestoppt. Die Dritte hatte zwei sehr gute Kontergelegenheiten, die man einmal schlecht ausspielte und beim zweiten Mal Pech hatte, dass der Schiedsrichter fälschlicherweise auf Abseits entschied.

In der 74. Minute passierte dann nach einem weiteren unnötigen Abwehrfehler der Treffer zum erneuten Rückstand, nachdem ein gegnerischer Stürmer aus kurzer Distanz abziehen durfte. Ein erneuter Rückschlag, den die Mannschaft aber mit einer klasse Einstellung und enormem Kampfgeist wettmachen wollte. Von nun an wurde wieder enger gedeckt und man zeigte eine gute Laufbereitschaft und Zug zum Tor. So dauerte es nur ganze sieben Minuten, bis man den erneuten Ausgleich erzielte. In der 81. Minute gelangte Falk Linnemann nach schöner Kombination mit anschließender Einzelleistung bis an den linken Fünfmeterraum des Georgsdorfer Tores, doch anstatt draufzuhalten, hob er sein Haupt und sah den mitgelaufenen Oliver Kleine, der nach dem überlegten Rückpass den Ball nur noch einschieben musste.

Der verdiente Ausgleichstreffer - und es war ja noch genug Zeit für die Überraschung zu sorgen. Diese erlebte man dann leider in negativer Form, denn ein falsch entschiedener, eigentlich klar für den VfL Weiße Elf zu gebender Einwurf ,verärgerte Christian Knüver derartig, dass er den Rauminhalt mit hoffentlich 32 Zähnen öffnete und sich dem Schiedsrichter gegenüber so äußerte, das sdieser sich gezwungen sah, ihn des Feldes zu verweisen. Nun galt es eigentlich nur noch, den einen Punkt zu verteidigen, was man durch eine kurz darauf folgende Parade von Torwart Vernim auch machte. Doch die Dritte spielte auch weiterhin schnell nach vorne und so ergab sich in der letzten Spielminute die RIESENCHANCE für Oliver Kleine zum Siegtreffer, als man mit 3 gegen 2 aufs Tor zulief, Olli den ersten Gegenspieler aussteigen ließ, dann aber nicht mehr abgezockt genug war, den Ball einfach unten rechts reinzuschieben, sondern genau auf den Torwart schoss und so leider den Schlusspunkt in einer sehr gut anzuschauenden Partie zweier klasse Mannschaften setzte.

Trotz der besseren Tormöglichkeiten kann man diesen Punkt als einen gewonnenen verbuchen, denn gegen diesen Gegner konnte man nicht unbedingt damit rechnen. Fazit: Zwar stagniert man mit dem einen Punkt noch immer auf dem vorletzten und damit ersten Abstiegsplatz, jedoch war das Spiel eine riesige Steigerung gegenüber den Vorwochen. Mal sehen, ob nicht schon bald wieder ein dreifacher Punktgewinn zu bejubeln ist.

Am letzten Septemberwochenende wollten auch wir den goldenen Oktober einläuten, jedoch hingen die Trauben bei der Erstvertretung von Rot-Weiß Lage sehr hoch, würde diese Mannschaft doch mit einem Sieg gegen uns ganz nah an den ersten Aufstiegsplatz rücken. Mit lediglich 13 müden Kriegern ging es Richtung Lage, wo uns die Sonne entgegen schien.

Diese verfärbte sich dann etwas, als kurz vor Spielbeginn unser Torwart Andre Vernim beim Warmschießen unglücklich auf die Schulter fiel und sich eine Zerrung sowie Überdehnung der Schultermuskulatur zuzog. Somit mussten wir improvisieren und kurze Zeit später fand sich Mannschaftsküken Garvin Döring im "Torwartkostüm" wieder, welches er nach eigenen Angaben zuletzt in der E-Jugend tragen durfte. Gleichzeitig ging die hektische Suche nach einem Torsteher weiter und wurde kurze Zeit
später auch erfolgreich beendet, Torsten Kreikebaum machte sich auf den Weg nach Lage. Auf diese Art und Weise entstehen unvergessliche Spiele für manchen Spieler.

Mit einer durch die knappe Anzahl an Leuten und die zusätzlichen Umstellungen betreffend der Torhüterverletzung entstandene Aufstellung begann das Spiel pünktlich. In den ersten Minuten mussten sich einige Spieler erst an ihre ungewohnten Positionen gewöhnen und somit befand sich Lage deutlich sichtbar im Vorteil. Diesen nutzten sie auch gleich zu 2 gefährlichen Angriffen, die beide von "Zufallstorwart" Garvin Döring im letzten Moment entschärft wurden. In einer Situation musste er sein Tor verlassen und klärte einen aufkommenden Ball mit einer gekonnten Links-Rechts-Kombination aller Klitschko, womit er sich anscheinend gleich den Respekt des Gegenspielers einholte, der ab sofort immer ein Auge auf unseren Torwart hatte. Nach einer 15-minütigen Eingewöhnungsphase hatten wir uns gestellt und begannen nun unsererseits, Torchancen zu erspielen.

Die erste hatte Hussein Chehoury, als ein Ball gut auf links durchgesteckt wurde, er aber keinen guten Abschluss fand. Kurz darauf spielte Tim Wegner einen klasse Pass durch die Abwehr und der durchgestartete David Kalischewski nahm den Ball fein mit, legte ihn sich vor und schoss zu allem Verwundern auf den Torwart anstatt ins Tor!!! Nun hatten wir das Spiel aber besser im Griff und kamen noch in der ersten Halbzeit zu zwei weiteren Hochkarätern, als einmal Falk Linnemann zum Abschluss kam und den Abpraller unglücklich nicht erreichte und zudem David Kalischewski eine ähnliche Situation wie vorher leider wieder nicht nutzen konnte und erneut den Torwart gut aussehen ließ. In der Zwischenzeit hatte Lage sich eine aussichtsreiche Kontermöglichkeit erspielt, welche vom Schiedsrichter aber aufgrund Abseits abgepfiffen wurde.

Das bemerkenswerte an dieser Szene war, dass der Stürmer den Angriff trotzdem noch abschloss, aber nicht damit gerechnet hatte, dass Garvin Döring (zur Erinnerung: Zufallstorwart, Klitschko für Arme) sich zu einer erneuten Glanzparade aufschwang und den Ball aus dem untersten rechten Eck fischte. Mit dieser Großtat ging es wenige Minuten später in die Kabinen. Es fehlte diesem munteren Spiel nur an Toren.

Zwischenzeitlich war der "richtige" Torwart da und konnte im zweiten Durchgang seines Amtes walten. Wie in den letzten Wochen mussten wir zur Halbzeit einen "üblen" Martin Averes nach starker erster Halbzeit ersetzen, dafür rückte Halbzeit-Torwart Garvin Döring aufs Spielfeld. Gleich in seiner ersten guten Szene spielten wir einen schnellen Angriff über seine rechte Seite und kamen wiederum durch David Kalischewski zu einer Großchance, nachdem Garvin den Ball mustergültig zurücklegte. Leider waren an diesem Tag aller guten Dinge 3 und David verzog knapp. Doch aufstecken zählte nicht und nur kurze Zeit später klingelte es im Kasten der Lager. Der sehr umsichtige Stefan Havenga spielte einen maßgenauen Pass auf Falk Linnemann in die Schnittstelle und dieser netzten gekonnt links oben ein - 1:0 --endlich!!! Es fiel eine Erleichterung von allen Beteiligten ab und fortan waren wir tonangebend, denn die gut gestaffelte Abwehr um Timo Hoffmann, Michael Harms.Ensink und Mo Chehoury ließ mit Unterstützung der beiden Abräumer Jan Wolf und Tim Wegner nicht mehr viel zu. Genauer gesagt war es eben genannter Mo Chehoury, der eine Zuckerflanke auf David Kalischewski schlug, dieser setzte sich durch und anders als man dachte, nagelte er die Pille in den rechten Torwinkel zum nun verdienten 2:0.

Zentnerlasten müssen da abgefallen sein. Lage musste nun aufmachen und spielte fortan offensiver. Mit einer gesunden Mischung aus Cleverness und Körpereinsatz hielten wir dagegen und hatten es ab dort mit einem "12" Gegenspieler zu tun, denn der Unparteiische verlagerte seine Entscheidungen fast ausschließlich zu Lager Gunsten und ließ sich auch nicht davon abbringen, als der Lager Spieler Lars Lübbermann ihn ehrlicherweise mehrmals auf eine Fehlentscheidung bezüglich eines Einwurfes hinwies. Kurz danach konterte Lage aus einem abgefangenen Ball heraus und konnte nur in Form eines "taktischen Trikotzupfers" von Jan Wolf gestoppt werden, der folgerichtig die gelbe Karte erhielt. Der anschließende Freistoß wurde weit in unseren Strafraum geschlagen, ein Lager Stürmer entledigte sich des verteidigenden Jan Wolfs( geschätzte 101,3 Kilo Kampfkörper) mit einem Bodycheck und so glitt der Ball an Freund und Feind vorbei ins Tor.

Proteste waren unnötig, selbst die Lager Spieler konnten ihr Glück kaum fassen, das das Tor Anerkennung fand. Nun waren wir also wieder an der Reihe, die letzten 15 Minuten zu gestalten, damit etwas Zählbares dabei herumkommt. Lage ging nun voll in die Offensive, was uns Konterchancen bot. Eine davon nutzten wir, als der Ball klasse im Mittelfeld erkämpft wurde und sich David Kalischewski auf einen 40-Meter-Spaziergang aufmachte, der nach gefühlten 12 Sekunden seinen Abschluss im 3:1 fand, nachdem er die gesamte Abwehr mit seiner Einschläferungstaktik narrte. Sollte es das gewesen sein - NEIN. Lage kam kurz darauf aus dem Gewühl heraus zum 3:2-Anschlusstreffer und hatte nur 2 Minuten später die Riesenchance zum Ausgleich, aber Torsten Kreikebaum schmiss sich mutig dazwischen und hielt den eigentlichen "toten" Ball mit einem Megareflex. Nach einer sehr ausgiebigen Nachspielzeit ertönte dann endlich der Schlusspfiff und das Publikum hatte allen Grund zu sagen, dass sich der Gang auf den Fußballplatz an diesem Sonntagnachmittag gelohnt hatte.

Fazit: Kein Spiel ist vor dem Anpfiff entschieden! Jeder Spieler muss nur zu seinem Glück gezwungen werden(Garvin Döring)! Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn(Person wird nicht namentlich genannt. Eine passende Randerscheinung noch: Edelfan Harald Meyer gewann das Tippspiel in Lage, da er als einer von nur zwei Tippern auf eine Sieg von uns setzte. Den Gewinn, eine Stangensalami vertilgten das blinde Huhn und der Rest der Mannschaft direkt nach Schlusspfiff. Bis nächste Woche.

Ole Scholten
 



... | 71 | 72 | 73 | 74 | 75 | 76 | 77 | 78 | 79 | 80 | ...